Rezensionen
Amazon.co.uk-Rezension:

Anfang 1999 das Handtuch zu werfen, war wahrscheinlich das beste, was die Verve je getan haben, denn damit machten sie einen Abgang am Höhepunkt ihres Erfolgs und ersparten ihren treuen Anhängern eine unschöne Degeneration.

Urban Hymns ist ein passendes letztes Testament auf Wigans Lieblingssöhne, wo Richard Ashcroft und Nick McCabe vorübergehend das Kriegsbeil begruben und eine der größten Songschreiber-Partnerschaften Großbritanniens seit Lennon und McCartney erneut ins Leben riefen. Angefangen bei den unverwechselbaren Einleitungsriffs von "Bittersweet Symphony" über die schiere Pop-Perfektion von "Lucky Man" und zugezogene Rocker wie "Weeping Willow" oder den Ruf zu den Waffen von "Come On" ist die Anwesenheit von jedem Stück gerechtfertigt und formt Teil eines geschlossenen Ganzen.

Ihr voriges Album, A Northern Soul, ist bereits in die Annalen der Rockgeschichte als Klassiker eingegangen; Urban Hymns übertrifft es aber noch bei weitem. --Helen Marquis

Allmusic.com-Rezension:

Nicht lange nach dem Erscheinen von A Northern Soul implodierten die Verve aufgrund von Spannungen zwischen Sänger Richard Ashcroft und Gitarrist Nick McCabe. Es sah so aus, als wäre die Band vor Erreichen ihres vollen Potentials auseinandergebrochen, was teils Grund dafür ist, dass ihr drittes Album, Urban Hymns – aufgenommen, nachdem die beiden ihre Differenzen Ende 1996 beiseite gelegt hatten – so bemerkenswert ist. Ein Großteil des Albums besteht aus Songs, die Ashcroft für ein Soloprojekt vorgesehen hatte oder für eine neue Gruppe, aber Urban Hymns hört sich trotzdem unverwechselbar nach dem Werk einer kompletten Band an, mit ausholenden, grandiosen Tonlandschaften und eindeutigem Sinn für den Zweck.

The Verve haben ihre tranceartigen, psychedelischen Ausflüge abgeschwächt, sie aber nicht ganz aufgegeben – falls überhaupt, hören sie sich muskulöser an als zuvor, ob es nun das trippige "Catching the Butterfly" ist oder das treibende "Come On." Diese gewaltigen, gitarrenbetonten Rocker sorgen für das Umfeld für Ashcrofts ansprechende, streicherbetonte Balladen, welche Urban Hymns seinen Schmerz geben. Das majestätische "Bitter Sweet Symphony" und das herzzerbrechende, country-angehauchte "The Drugs Don't Work" sind ein erstaunliches Paar, zwei hymnische Balladen, die das persönliche universell machen und sich damit wie sofortige Klassiker anhören. Sie sind aber nur die Spitze des Eisbergs - "Sonnet" ist eine wunderbare, erstaunlich bescheidene Ballade, "The Rolling People" besitzt eine gemessene, elektrische Kraft, und viele andere kommen ihnen in der Qualität gleich. Obwohl das Album für manche Geschmäcker vielleicht etwas lang ist, ist Urban Hymns doch ein reiches Album, welche die Rocktraditionen neu belebt, ohne jemals weniger als zeitgemäß auszusehen.

Es ist ein Album, welches die Verve bereits seit ihrer Gründung immer machen wollten, und am Ende hat sich das ganze Warten gelohnt. ~ Stephen Thomas Erlewine, All Music Guide